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Erdwärme bietet eine nachhaltige, von Klima, Tages- und Jahreszeit unabhängige Energiequelle zur Wärme- und Stromerzeugung. Unterschiedliche Temperaturen und Tiefenbereiche ermöglichen eine Vielzahl an Nutzungsvarianten.

Erdwärme wird Geothermie genannt. Diese Wärme stammt hauptsächlich aus dem natürlichen radioaktiven Zerfall im Gestein der Erdkruste und zu einem kleineren Teil aus dem Wärmeaustausch mit dem tieferen Erdinnern.

In den meisten Regionen der Erde beträgt die Temperatur in einer Tiefe von 500 m etwa 25-30° C, in 1000 m Tiefe etwa 35-45° C. Es gibt auch Regionen, in denen bei entsprechenden geologischen Bedingungen (ausgedünnte Erdkruste, Vulkanismus) in dieser Tiefe Temperaturen von 100° C , 200° C oder sogar mehr erreicht werden können!

Erdwärme ist eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle. Aufgrund dieser Tatsache hat die Geothermie in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen und ist zu einem Hoffnungsträger für die Energieversorgung avanciert. Der Stellenwert der Geothermie in energiepolitischen Zukunftsszenarien nimmt deutlich zu.

Vorteile der Geothermie

Geothermie ist eine emissionsfreie und vor Ort nutzbare Energiequelle. Durch ihre Doppelfunktion als Speicher für Niedertemperatur-, Heiz- und Kühlsysteme, zeichnet sie sich besonders aus. Die Erdwärme vermindert die Abhängigkeit von Fremdenergie und bietet den Vorteil unterschiedlichster Anwendungsformen. Erdwärme kann vielfältig genutzt werden. In der internationalen Rangliste nimmt die Schweiz bei der Nutzung der Geothermie in Form von Niedertemperaturwärme einen Spitzenplatz ein.

Quelle: Geothermie SVG-SSG

Quelle: Geothermie SVG-SSG

Gesetzmässigkeiten der Temperaturen im
Untergrund

Die im Tagesverlauf auftretenden Temperaturschwankungen sind bis in eine Tiefe von rund 50 cm spürbar, jahreszeitliche Unterschiede lassen sich bis in rund zehn Meter Tiefe nachweisen. Darunter ist die Erdtemperatur – ohne beträchtliche Grundwasserzirkulation – ausserordentlich konstant.

Nach einer bewährten Regel ist die Temperatur in etwa 10 Meter Tiefe im Jahresdurchschnitt 1 Grad höher als die durchschnittliche Lufttemperatur über dem Boden. Im Schweizer Mittelland liegt die Bodentemperatur in dieser Tiefe somit bei 11 bis 12 °C.Bei 50 bis 100 Meter Tiefe beginnt der Bereich des bestimmbaren, von der Oberfläche unbeeinflussten geothermischen Gradienten – also der Bereich mit stetiger Temperaturerhöhung mit zunehmender Tiefe.